Katzen sind Jäger. Sie lieben es, ihrer Natur gemäß frei durch ihr Revier zu streifen. Ihnen Freigang zu ermöglichen, scheint daher die artgerechtere Haltungsform. Ganz unproblematisch ist das jedoch heutzutage nicht, da gewisse Faktoren dazu beitragen, dass eine Freilaufhaltung in der heutigen Zeit immer gefährlicher wird.

 Freilauf vs Wohnungshaltung photo by paula guerreiro m DMebfnAVQ unsplash

Frailauf vs. Wohnungshaltung

Risiken Abwägen

Leider gibt es in Deutschland noch nicht in allen Gemeinden eine Kastrationspflicht, sodass unkastrierte Freigänger viel zur Überpopulation und dem beklagten Katzenelend beitragen.

Infektionskrankheiten, die einen tödlichen Verlauf haben können, wie beispielsweise FIV (Katzenaids) oder FeLV, verbreiten sich hierbei zunehmen und werden auch an kastrierte Freigänger weitergegeben.

Der Verkehr ist nur eine von vielen weiteren Gefahren, der die Katze im Freilauf begegnen. Wobei hier nicht nur die großen Hauptstraßen eine Rolle spielen (wenngleich auch eine weitaus größere), sondern auch in den verkehrsarmen Gebieten werden Katzen immer wieder Opfer des Straßenverkehrs. Und so manche Katze wurde auch schon auf dem Stellplatz vor der Garage vom Auto überrollt.

In Gegenden mit viel befahrenen Straßen sollte man sich auf jeden Fall für eine artgerechte Wohnungshaltung entscheiden und die anzuschaffende Katze gemäß ihrem Wesen passend hierfür auswählen.

Daneben gibt es viele andere Risiken, wie beispielsweise Katzen hassende Nachbarn, die Giftköder auslegen, giftige Pflanzen oder frei zugänglichen Chemikalien, nicht abgedeckte Pools oder Wasserfässer, in denen es leider immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt.

Und viele Katzen sind schon von ihrem Freigang nicht mehr zurückgekommen, weil sie aus Versehen eingesperrt oder von fremden Menschen einfach behalten wurden.

Sind Freigänger grundsätzlich glücklicher?

Ob eine Freigänger-Katze grundsätzlich glücklicher ist, lässt sich nicht so ganz pauschal beantworten. Ja, der Freigang entspricht in der Regel eher ihrem Naturell und trägt zu einem ausgeglichenen Wesen und einem erfüllten Leben bei.

Eine freilaufende Katze bekommt zudem mehr Bewegung und ist damit weniger anfällig für Übergewicht und daraus resultierenden Erkrankungen.

Für den Halter bedeutet eine Freilaufhaltung natürlich auch weniger Arbeit. Die Katze lastet sich selbst aus und muss nicht stundenlang bespaßt werden. Sie kann ihren natürlichen Jagdinstinkt ausleben und macht deshalb in der Wohnung auch nicht so viel kaputt. Draufgänger lassen sich ohnehin kaum aufhalten und sollten auf Freigang nicht verzichten müssen.

Aber es gibt auch Katzen, die der Freigang eher überfordert: sehr ängstliche oder gar panische Tiere beispielsweise, oder auch solche, die sich gegenüber anderen Revierkatzen auf Dauer nicht durchsetzen können und massiv darunter leiden.

Auch kranke und behinderte Tiere sind draußen oft überfordert und können sich nicht behaupten sowie Gefahren nicht abschätzen.

Ob eine Katze Freigang haben sollte oder nicht, entscheidet somit nicht zuletzt der Charakter.

Katzen sind Individualisten

Jede Katze hat ihren eigenen Charakter und ihren ganz eigenen Bedürfnissen. Viele von ihnen können durchaus auch in der Wohnung artgerecht gehalten werden, solange ihre Bedürfnisse dabei nicht zu kurz kommen.

Aber es gibt eben auch die, die in der Wohnung so überhaupt gar nicht zurechtkommen und unter dem Freiheitsentzug leiden. Vor allem die, die Freigang gewohnt waren und ihn nun aus irgendwelchen Gründen (neuer Besitzer oder Umzug in eine verkehrsreiche Gegend) nicht mehr erhalten sollen. Für sie ist es in der Regel eine Qual, plötzlich eingesperrt zu sein.

Es kommt also nicht allein auf die Vorstellungen und Wünsche des Halters an, auch wenn diesem die Entscheidungsgewalt obliegt. Er sollte das Wesen und die Bedürfnisse des Tieres ebenso berücksichtigen wie seine eigenen Wünsche.

Jede der beiden Haltungsformen hat Vor- und Nachteile - für das Tier sowie für den Besitzer.

Falsche Vorstellungen ablegen

Reine Wohnungskatzen benötigen eine intensivere Betreuung als Freigänger, die sich ihre Abwechslung und Unterhaltung draußen suchen und daher zumeist ausgeglichener sin. Dafür gibt es insgesamt weniger gesundheitliche Risiken und auch ein geringeres Risiko für Parasitenbefall.

Wer allerdings glaubt, dass Wohnungskatzen weder Flöhe noch Würmer bekommen können, der liegt falsch. Tatsächlich können auch Wohnungskatzen von Flöhen und Würmern befallen werden. Meist sind es dann die Menschen, die die Parasiten von draußen an ihrer Kleidung bzw. ihren Schuhen (Wurmeier) mitbringen. Oder sie gelangen über offene Terrassentüren in die Wohnung.

Katzenflöhe und Würmer zu bekämpfen ist deshalb so wichtig, weil sie die Gesundheit und Vitalität der Katze stark beeinflussen und auch den Menschen befallen können. Zur Bekämpfung gibt es wirkungsvolle Antiparasitika sowie Umgebungssprays, die die Flöhe in der Umgebung bekämpfen (Kratzbaum, Körbe und sonstige Liegeplätze).

Gerade bei Wohnungstieren kann dies mitunter aufwändiger werden als bei Freigängern, da die Flöhe nun mal nicht im Freien abspringen können, sondern nur in der Wohnung. Dort legen sie überall ihre Eier ab, aus denen auch nach vielen Monaten noch neue Larven hervorgehen.

Um vor allem freilaufende Katzen vor einem sich ausbreitenden Parasitenbefall zu bewahren, ist regelmäßige Fellpflege oberstes Gebot. Am besten kontrolliert man das Fell seines Freigängers sofort, wenn er nach Hause kommt. Auf diese Weise werden auch Verletzungen schnell erkannt und können behandelt werden.

Kranke und verletzte Tiere

Häufig geraten Freigänger mit anderen Katzen in ihrem Revier aneinander. Da bleiben Verletzungen nicht aus. Selbst die kleinsten und unauffälligsten Wunden können unbehandelt zu einem großen Problem werden, bis hin zu einer Blutvergiftung und dem Tod! Bisse sind oft im Fell des Tieres gar nicht auszumachen, solange die Wunde sich nicht sichtbar entzündet.

Daher ist es wichtig, sein Tier gut zu beobachten und Auffälligkeiten wie z.B. einer Schonhaltung, Berührungsempfindlichkeiten und Schmerzreaktionen oder einem plötzlich auftretenden Rückzug bzw. einer Letargie nachzugehen. I

m Speichel der Katze befinden sich aggressive Keime. Dringen diese durch eine Bisswunde ins Blut, kann es mitunter sehr schnell zu einer Blutvergiftung kommen. Wird dieser Prozess nicht rechtzeitig durch die Gabe von Antibiotika gestoppt, kann es das Tier das Leben kosten.

Eine kranke, geschwächte oder verletzte Katze sollte prinzipiell nicht nach draußen dürfen, ehe sie gesundheitlich wieder voll auf dem Damm ist! Denn kranke oder angeschlagene Tiere kommen in der freien Natur nicht gut zurecht bzw. können sich nicht ausreichend behaupten. Zudem ist das Tier drinnen stets unter Beobachtung, und die rechtzeitige Verabreichung der ggf. nötigen Medikamente ist sichergestellt.

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