Katzenbesitzer wissen, dass sich das Planen einer Reise mit der Mieze als schwierig erweisen kann. Mit Grund: Katzen sind Gewohnheitstiere. Neue Reize und fremde Orte jedoch sorgen bei den Vierbeinern nicht nur für Orientierungslosigkeit, sondern häufig auch für Stress und Angst - Gefühle, die zu unliebsamen Handlungen führen können.

Urlaub mit der Katze

Urlaub mit der Katze

Urlaub mit der Katze: Tipps für eine stressfreie Reise

Ist Urlaub mit der Katze überhaupt ratsam?

Nun, für das Gros der Katzen ist es tatsächlich ratsamer, sie daheim in den vertrauten vier Wänden zu belassen und dafür Sorge zu tragen, dass sie vor Ort betreut und versorgt werden.

Denn in der Regel bedeutet es weit weniger Stress für die Katze, sich für die Dauer des Urlaubs von ihren Menschen zu trennen, als von ihrer vertrauten Umgebung nebst liebgewonnener Gewohnheiten – vor allem dann, wenn es sich um einen Freigänger handelt! Aber auch für eine reine Wohnungskatze ist es stressfreier, daheim bleiben zu dürfen, als mit auf Tour zu müssen.

Wie schon erwähnt, sind Katzen Gewohnheitstiere. Werden sie daheim versorgt, ändert sich für sie nicht viel und der Urlaub geht weitestgehend stressfrei an ihnen vorbei. Vielleicht hast du jemanden in der Familie oder im Freundeskreis, der für die Dauer des Urlaubs zum Catsitting bei dir einziehen würde?

Oder jemand aus der Nachbarschaft kommt täglich vorbei, um die Katze zu füttern, die Toilette zu reinigen und die Katze ggf. raus und wieder rein zu lassen, sofern sie über keine Katzenklappe verfügt.

Wenn es sich um ein reines Wohnungstier handelt, wäre es natürlich empfehlenswert, dass der Catsitter sich etwas Zeit nimmt, um mit der Katze zu kuscheln und zu spielen. Zum Beispiel, indem er seinen üblichen Fernsehabend mit der Katze auf deinem Sofa verbringt.

Ist die Katzenpension eine gute Alternative?

Von der Inanspruchnahme einer Katzenpension rate ich nach über 20 Jahren Erfahrung in der Katzenschutzarbeit entschieden ab. Das ist zweifelsohne ganz enormer Stress für eine Katze, denn sie verliert nicht nur die vertraute Umgebung, sondern auch ihre Bezugsperson, ohne zu wissen, dass dies nur vorübergehend ist. Sie findet sich plötzlich bei fremden Menschen, in fremder Umgebung und noch dazu mit ihr fremden Artgenossen, die allesamt ebenfalls im Stress sind. Dies gleicht letztlich einer Tierheimsituation - die Katze verliert alles, was ihr lieb ist.

Der Stress senkt das Immunsystem, was die Katze anfällig für den Ausbruch von Keimen und Viren macht, die ihr Körper bis dahin gut unter Kontrolle hatte. Nicht selten kommt es durch einen Aufenthalt in der Katzenpension bei einer vorliegenden Coronainfektion zur Mutation des Virus, also zum Ausbruch von FIP.

Ebenso können sich die Tiere in der Pension bei anderen Tieren, deren Immunsystem ebenfalls stressbedingt herabgesenkt ist, mit allen möglichen Erkrankungen infizieren, denn Katzen können bei der Abgabe in der Pension vollkommen gesund erscheinen und dennoch Träger tödlicher Viren sein.

Zudem hört man in letzter Zeit vermehrt von Fällen, in denen die Tiere in der Pension verwechselt und falsch herausgegeben wurden. Da viele Halter „ihr“ Tier oft direkt nach der Rückkunft aus der Pension nach draußen lassen, weil das arme Ding ja so lange auf den Freigang verzichten musste, entlaufen verwechselte Tiere dann in der unbekannten Umgebung, noch ehe die Halter die Verwechslung bemerken.

Oder es kommt durch eine Verwechslung zu falschen Medikamentengaben. Die Katzenpensionen übernehmen keinerlei Haftung für solche Fälle. Liest man sich die Angebote durch, findet man oft einen Ausschluss der Haftung bzw. eine Übertragung der Verantwortung an die Halter.

Ist deine Katze reisetauglich?

Was also tun, wenn Freunde und Familie vielleicht selbst im Urlaub sind oder zu weit weg wohnen und in der Nachbarschaft niemand bereit ist, deine Katze zu betreuen?

Nun, ob es möglich ist, deine Katze mit auf die Reise zu nehmen, hängt zum einen von deinem Feriendomizil und der Art des Urlaubs ab, zum anderen aber auch vom Wesen deiner Katze.

Wie schon gesagt, sind die meisten Katzen beim Verlust ihrer vertrauten Umgebung großem Stress ausgesetzt und schon der kürzeste Aufenthalt in einer Transportbox bzw. die Fahrt zum Tierarzt ist der blanke Horror für sie. Ein solches Tier solltest du nicht dazu nötigen, mit dir auf Reisen zu gehen, da eine Reise all alles andere als zuträglich für die Gesundheit des Tieres wäre.

Zum anderen kommt es durch Unsicherheit und Angst häufig zu Panikreaktionen und zum Entlaufen von Katzen am Urlaubsort oder während der Reise, z.B. auf Raststätten. Der schönste Urlaub bringt keine Erholung, wenn die Konsequenz bedeutet, dass du ohne deine Katze heimkommst.

Erfahrungen aus meinem Freundeskreis

Aber es gibt durchaus auch Tiere, die so entspannt und selbstsicher sind, dass eine Reise ihnen überhaupt nichts ausmacht, so lange sie einfach nur mit ihrem Menschen zusammen sein dürfen. Einen solchen Kater habe ich beispielsweise im Rahmen meiner Tierschutzarbeit meiner Freundin vermittelt. Für ihn war es der größere Stress, während des Urlaubs ohne seine Menschen daheim zu bleiben.

Da die Familie stets Urlaub in einer Ferienwohnung macht und mit dem PKW anreist, entschieden sie, einen Versuch zu starten, den Katzer mit auf Reisen zu nehmen. Sie begannen den Versuch mit einem Kurzurlaub, nicht weit entfernt, um zu sehen, ob der Kater mit der Fahrt und dem Aufenthalt in der Fremde klarkommen würde.

Es war erstaunlich, denn es machte ihm gar nichts aus. Er inspizierte die Wohnung kurz, und "der Keks war gegessen". Er genoss es, aus dem Fenster zu sehen und neue Eindrücke zu sammeln. Allerdings muss man dazusagen, dass er ein Wohnungskater ist, der bis dahin nur an der Leine mit in den Garten ging. Inzwischen fährt er regelmäßig mit in den Urlaub, bis hin ins Ausland. Und er liebt es.

Ein anderer Freund von mir  hat seine ältere Wohnungskatze regelmäßig mit in die Ferienwohnung an der See genommen. Sie war es von daheim gewohnt, an der Leine spazieren zu gehen und ging in den frühen Morgenstunden, wenn der Strand noch menschenleer war, ihre Runde mit ihrem Besitzer.

Wenn deine Katze von ähnlicher Natur ist, gelassen und unerschrocken, neuen Eindrücken gegenüber immer aufgeschlossen, dann eignet sie sich vielleicht ebenfalls dazu, mit auf Reisen zu gehen. Aber bitte wähle nicht gleich einen Mammuttrip, sondern starte mit einem Wochenendtrip in die nähere Umgebung, um das Verhalten der Katze zu testen.

Welches Verkehrsmittel eignet sich am besten?

Bei der Auswahl an Transportmitteln stellt das Fahren mit dem Auto die angenehmste Variante für die Miez dar. Die Stubentiger werden nicht mit fremden Menschen konfrontiert, das Auto ist im Vergleich zum Flugzeug, dem Zug oder dem Fernbus leise, und du hast das Einteilen und Planen der Route selbst in der Hand. Wird die Katze unruhig, seid ihr binnen weniger Minuten am nächsten Rastplatz.

Aber bitte öffne keinesfalls die Transportbox, wenn die Türen des Autos nicht sicher verschlossen sind und umgekehrt! Zu viele Katzen entlaufen jedes Jahr während der Urlaubszeit auf den Raststätten und irren dann hilflos an oder gar auf der Autobahn umher! Kein Urlaub ist das wert!!

Wer im Sommer an heißen Tagen reist, sollte auf die Überhitzung im Auto achten! Achte zudem darauf, dass Dein Haustier in der Transportbox Platz hat und ausreichend Luft bekommt! Das ist extrem wichtig.

Bei einer Fahrt mit der Deutschen Bahn und in Fernbussen ist das Mitnehmen einer Katze in einer Reisebox oder einem Katzenkorb im Normalfall kostenlos, stellt aber durch die vielen Sichtkontakte und unbekannten Geräusche großen Stress für die Katze dar und ist für das Gros der Katzen unzumutbar.

Wie beim Gepäckstück, gilt es die Box oben auf der Ablage abzustellen oder sie auf den Schoß zu nehmen. Auch hier ist darauf zu achten, dass das Tier ausreichende Bewegungsfreiheit in der Box hat und genügend Luft bekommt, auch wenn die Box dann entsprechend unhandlich auf der Reise ist! Die Gesundheit und das Wohlergehen des Tieres gehen vor!

Findet die Reise mit dem Flugzeug statt, gibt es für Katzenbesitzer eine Besonderheit zu beachten: Haustiere dürfen für die Mitnahme in der Kabine inkl. ihrer Box nicht mehr als acht Kilogramm wiegen. Vierbeiner, die mehr wiegen, werden im Gepäckraum untergebracht. Aufgepasst: Diese Erfahrung kann äußerst traumatisch für die Stubentiger sein und ist nicht zu empfehlen!

Auch die Katze hat Gepäck

Für welches Reiseverkehrsmittel du dich auch entscheidest, der Transportkorb sollte bequem sein und eine gute Tragbarkeit aufweisen. Gewöhne deine Mieze frühzeitig an die Transportbox und ans Autofahren, und zwar bereits Monate vor Reiseantritt, so wird der Vierbeiner auch beim Urlaubsantritt entspannt bleiben!

Auf der Fahrt kannst du deiner Mieze Wasser geben. Futter hingegen vertragen die Fellnasen nach der Ankunft besser als unterwegs.

Das Einleben in der Ferienwohnung förderst du durch vertraute Gegenstände wie den Lieblingskorb bzw. das Katzenbett, die vertraute Katzentoilette, ihr Lieblingsspielzeug und natürlich auch ihr vertrautes Futter, das sie auch daheim bekommt. Für die Reise eignen sich eher handliche Dosen, die du in jedem beliebigen Fachhandel bekommst, wie beispielsweise das Katzenfutter von About-Pets.de.

Worauf bei der Ferienunterkunft achten?

Bei der Suche nach einer Unterkunft für dich und deine Katze empfiehlt es sich folgende Punkte zu berücksichtigen:

  1. In der heutigen Zeit heißen zahlreiche Hotels Hunde willkommen, andere Tierarten werden oft nicht bedacht. Dies gilt es also vorher abzuklären!
  2. Sind in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung Katzen erlaubt, sollte die Unterkunft ausreichend Platz bieten, sodass die Mieze ihrem Bewegungsdrang nachgehen kann.
  3. Empfehlung: Ein kleiner Kratzbaum und das vertraute Katzenspielzeuge lenken Dein Haustier von Gardinen und Möbeln ab.

Kein Freilauf im Urlaubsdomizil!

Katzen benötigen nach einem Ortswechsel vier bis sechs Wochen Zeit, um sich an die neuen Koordinaten zu gewöhnen. Während dieser Zeit müssen sie folglich im Haus gehalten werden, wo sie ihren Orientierungssinn der Umgebung anpassen. Die Ferienreise dauert in der Regel nicht länger als zwei bis drei Wochen, folglich ist der Freilauf im Urlaubsziel tabu! Du möchtest schließlich die Rückreise nicht ohne deine Katze antreten müssen.

Für einen routinemäßigen Freigänger ist eine Urlaubsreise somit nicht zu empfehlen, denn es wird ihm sehr schwerfallen, während des Urlaubs nicht nach draußen zu dürfen. Er wird jede mögliche Situation zur Flucht nutzen, und sei sie noch so klein! Auch kann es sein, dass er den Verzicht lautstark beklagt und es zu Ruhestörungen im Feriendomizil kommt.

Während des gesamten Urlaubs ist darauf zu achten, dass Türen und Fenster der Ferienwohnung bzw. des Ferienhauses immer geschlossen sind, damit dein Liebling nicht unbeabsichtigt ins Freie gelangt. Offenstehende Terrassen- oder Balkontüren, um die Sonne hereinzulassen, sind tabu - eine Einschränkung, der du dir im Vorfeld bewusst sein musst.

Spaziergänge an der Leine?

Auch wenn du vielleicht denkts, dass der Katze Bewegung im Urlaub guttut – es ist leider nicht immer problemlos und gefahrlos möglich, mit der Katze an der Leine hinauszugehen! Ist die Katze bereits seit längerem gewohnt, an der Leine mit dir spazieren zu gehen, kann dies natürlich auch im Urlaub möglich sein. Aber Achtung! Katzen sind Fluchttiere, und in ungewohnten Situationen in fremder Umgebung können sie in Panik geraten und sich losreißen! Im schlimmsten Fall rennt sie dann mit Geschirr und Leine durch die Gegend und kann hierdurch verunfallen. Zudem kann sie sich im Urlaub nicht orientieren und findet somit keinesfalls den Weg zurück ins Feriendomizil.

Ist die Katze den Umgang mit Geschirr und Leine nicht oder nicht lange genug gewohnt, kommen gemeinsame Spaziergänge im Urlaub auf keinen Fall in Frage. Aus langjähriger Erfahrung im Rahmen der Tierschutzarbeit könnte ich viele Geschichten berichten, in denen solche Versuche leider sehr traurig ausgegangen sind. Katzen sind wie gesagt Fluchttiere. Sich einer für sie bedrohlich wirkenden Situation nicht sofort und nach eigenem Ermessen entziehen zu können, löst nicht selten große Panik aus. Und eine in Panik geratene Katze ist meist nicht mehr händelbar!


Fazit: Um einen entspannten Urlaub mit der Katze genießen zu können, gilt es im Vorfeld vieles zu bedenken und wohl abzuwägen. Übergeht man die Bedürfnisse der Katze zugunsten des eigenen Fernwehs, kann es sein, dass der Urlaub für beide Seiten unerfreulich verläuft. ;-)

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